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Amerikanische Klassiker auf Kuba

Foto: Alexander Rath

Für einen Oldtimer-Fan, ist Kuba der beste Ort der Welt. Es kommt einem vor wie eine große Automobilausstellung, auf der Autos aus den 1940er und 1950er Jahren überall zusehen sind. Es gibt Chevrolets, Fords, Pontiacs, Buicks, Dodges, Plymouths und Studebakers. Es gibts Fahrzeuge die aussehen wie neu aber auch Modelle die mit ungeraden Teilen und Metallschrott zusammengehalten werden.

Foto: Anne & Saturnino Miranda

Amerikanische Autos wurden ungefähr 50 Jahre lang nach Kuba importiert aber nach der kubanischen Revolution wurde das US-Embargo ausgerufen und Castro verbot die Einfuhr von amerikanischen Autos und mechanischen Teilen. Deshalb ist Kuba so wie es heute ist – im Wesentlichen ein lebendiges Museum für Oldtimer. Die alten amerikanischen Autos werden oft mit Teilen und Stücken betrieben, die nie für sie bestimmt waren. Es ist nicht ungewöhnlich, einen schönen Chevy aus den 1950er Jahren mit einem russischen Motor zu finden – etwas, das für ernsthafte Autosammler als Sakrileg galt. Da es im Land an Ersatzteilen und in einigen Fällen an notwendigen Werkzeugen für die Reparatur der Fahrzeuge mangelt, sind die Einheimischen äußerst geschickt und müssen notgedrungen bei der Reparatur in die Trickkiste greifen. Kubanischer Einfallsreichtum hat diese amerikanischen Klassiker auf der Straße gehalten. Die ursprünglichen Motoren wurden fast immer optimiert und viele Autos haben sowjetische Motoren, die mit Diesel angetrieben werden. 

Foto: Anne & Saturnino Miranda

Unter den seit 1959 eingeführten Autos sind Ladas aus russischer Produktion am weitesten verbreitet. Man sieht diese kleinen, kastenförmigen Autos überall. In jüngerer Zeit haben chinesische Geelys, Citroëns und Nissans Szenerie betreten. Die Geelys sind ein beliebter Mietwagen, und Sie werden sehen, wie Touristen sie in den meisten Teilen Kubas fahren. Die Autos sehen gut aus und fahren gut, aber sie sind etwas unzuverlässig und nicht sehr langlebig.

Heutzutage gibt es in Kuba rund 60.000 amerikanische Oldtimer. Experten schätzen, dass etwa die Hälfte dieser Autos aus den 1950er-Jahren stammt, während 25 Prozent aus den 1940er-Jahren und weitere 25 Prozent aus den 1930er-Jahren stammen. Die Autos sind oft Familienerbstücke, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Aber es sind nicht nur 4-rädrige Klassiker auf der Insel unterwegs – auch Oldtimer-Motorräder sind zu finden.

Foto: Anne & Saturnino Miranda

Auch wenn Kuba seit 2014 den Kauf von Neuwagen für jeden erlaubt ist es für viele Kubaner nicht möglich sich einen zu kaufen. Trotzdem gibt es eine wachsende kubanische Mittelklasse, die sich “Luxusautos” leisten kann, darunter Mercedes, Audis und BMW. Die privaten Oldtimer-Taxis wurden aber mittlerweile durch russische Kleinbusse ersetzt, aus Sicherheitsgründen. Das Landschaftsbild ändert sich langsam. Aber noch sind sie zu finden – die amerikanischen Klassiker. (jj)

Cuba Hintergrund – David Mark

Foto 1 – Alexander Rath

Foto 2 – Anne & Saturnino Miranda

Foto 3 – Anne & Saturnino Miranda

Foto 4 – Anne & Saturnino Miranda