Start Alte Eisen Das Auto des Jahres 1990 – der Citroën XM

Das Auto des Jahres 1990 – der Citroën XM

Seit 1919 beweist die Marke Citroën Mut und eine bis heute andauernde menschliche Bindung. Dank der über 300 Modelle, die im Laufe einhundertjährigen Bestehens entwickelt wurden, und die Automobilindustrie zum Teil nachhaltig geprägt haben, hat sich Citroën einen Platz im Herzen vieler Menschen gesichert. 1990 wurde der Citroën XM das Auto des Jahres.

Anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums lässt die Marke Citroën ihre außergewöhnliche Modellgeschichte Revue passieren. Los ging es mit dem Typ A 10 HP aus dem Jahr 1919 und damit dem ersten Citroën Modell, das auf den Markt kam. Die einzigartige Reihe findet nun ihren Abschluss mit dem Citroën XM. Mit dem im Mai 1989 vorgestellten Modell erneuerte Citroën sein Angebot in der gehobenen Mittelklasse und schrieb zugleich Automobilgeschichte. Als weltweit erster Hersteller führte die Marke in ihrem damaligen Flaggschiff mit dem „Hydractive-Fahrwerk“ eine neue, mit Elektronik angereicherte Generation des hydropneumatischen Fahrwerks ein. Durch die Kombination von höchstem Fahrkomfort und aktiver Sicherheit setzte der Citroën XM einen starken Akzent in seinem Segment.

Citroen XM

In Deutschland vorgestellt wurde der XM auf der IAA in Frankfurt im September 1989. Vom Auslieferungsbeginn im Mai bis Ende Juli 1989 liefen nach Angaben des damaligen Citroën-Generaldirektors Xavier Karcher bereits 12.500 Stück im Citroën-Werk Rennes vom Band, „nur 100 unter dem Plan“. Noch im selben Jahr wurden 2000 Exemplare in der Bundesrepublik Deutschland verkauft, wobei nach Karcher für das Jahr 1990 rund 10.000 Einheiten geplant waren. Insgesamt rechnete er mit einem Absatz von rund 50.000 für das erste Jahr und „etwa 98 000 oder 100 000“ für das Jahr 1990. Davon sollten rund die Hälfte im Heimatmarkt Frankreich und die andere Hälften auf den Exportmärkten abgesetzt werden, wovon im größten Exportland Deutschland eine maximale Absatzmenge von 15.000 Stück pro Jahr geplant waren. Im Vergleich dazu waren es beim Vorgängermodell CX (in dessen stärksten Verkaufsjahr 1978) 16.000 Stück.

Hydractive-Fahrwerk

Der Citroën XM war weltweit das erste Serienfahrzeug, dessen Fahrwerk die Intelligenz der Elektronik und die Flexibilität der Hydraulik zusammengeführte: Das Hydractive-Fahrwerk, eine Weiterentwicklung der unter anderem von der DS bekannten Hydropneumatik, war geboren. Beim Hydractive-Fahrwerk wurde eine variable Federung mit elektronisch kontrollierter, veränderbarer Feder- und Dämpfungsabstimmung realisiert. Fünf Sensorensysteme – an Lenkung, Gas, Bremse, Geschwindigkeit und Karosserieneigung – wurden mit der Hydropneumatik kombiniert und ermittelten binnen einer tausendstel Sekunde die optimale Federungseinstellung: komfortabel weich oder sportlich straff. Neben dem außergewöhnlichen Komfort überzeugte auch das einzigartige Design der Schräghecklimousine. Die charakteristische langgestreckte Linie des XM endete in einer flach abfallenden Motorhaube, die wie eine Pfeilspitze nach vorne strebte.

Citroën XM Innenraum

Auszeichnungen

Schon kurz nach seiner Präsentation wurde der Citroën XM mit Preisen ausgezeichnet – so wurde er zum „Auto des Jahres 1990“ gewählt und konnte darüber hinaus insgesamt vierzehn nationale und internationale Preise gewinnen.

Fahrzeugversionen und Umbauten

Von Mai 1989 bis Juli 1994 wurde die erste Serie (Y3) des von Bertone entworfenen Citroën XM im Werk Rennes-La-Janais (Bretagne) produziert. Die von August 1994 bis Juni 2000 produzierte zweite Serie (Y4) unterschied sich äußerlich durch das mittig angebrachte Markenemblem sowie einen geänderten Heckspoiler.

Citroën XM Lenkrad
xm

Werksseitig gab es den Citroën XM zunächst als Schräghecklimousine. Ab November 1991 ergänzte die Kombiversion XM Break mit ungewöhnlich großem Stauraum das Angebot. Auch kamen die Sonderserien Onyx (1993), Prestige (1994) und Harmonie (1996) auf den Markt. Die luxuriösen Versionen „Pallas“ (1993) und „Exclusive“ – letztere unter anderem mit Lederpolster, afrikanischem Rosenholz, und vollautomatischer Klimaanlage – ergänzten das Angebot. Für Umbauten bot sich der Citroën XM Break ebenfalls an: So ermöglichte Heuliez seinen Einsatz als Krankenwagen; Rappold in Wülfrath baute ihn zum Bestattungswagen um.

Der Citroën XM in der Kunst

Mit seiner Markteinführung wurde der Citroën XM auch zum Kunstgegenstand. Die Ausstellung XM’Art präsentierte eine Auswahl an Werken rund um das Automobil und insbesondere das neue Spitzenmodell von Citroën. In Paris im Mai 1989 eröffnet, gastierte die Wanderausstellung anschließend in ganz Europa.

Der Citroën XM als Staatskarosse

Beliebt war der Citroën XM auch bei den französischen Präsidenten. François Mitterand setzte ebenso auf den Citroën XM wie sein Nachfolger Jacques Chirac.