Start Alte Eisen Die verkannte Klasse aus Frankreich: Peugeot 605

Die verkannte Klasse aus Frankreich: Peugeot 605

Der Peugeot 605 wer kenn ihn nicht… Leider sehr viele, dabei war der 605 ein solides Fahrzeug der oberen Mittelklasse. 

Peugeot als Marke besteht bereits seit 1810. 81 Jahre nach der Firmengründung ging man von der Fertigung von Gewürzmühlen und Fahrrädern zu Automobilen über. Damit sind die Franzosen eigentlich der älteste bis heute existente Hersteller der Welt, da die Marke Benz bekanntlich mit Daimler fusionierte und dadurch die neue Marke Mercedes-Benz ins Leben gerufen wurde. Im Laufe der Zeit gab es diverse legendäre Modelle in vielen Kategorien. Selbst die Oberklasse besetzte man. 

1989 debütierte als gemeinsamer Nachfolger für die Baureihen 505 und 604 der nagelneue 605.

Obwohl die internationale Automobilpresse, sogar die deutsche, dem Peugeot 605 ausdrücklich Qualitäten bescheinigte, konnte sich das Auto auf dem europäischen Markt ebenso wenig durchsetzen wie der unkonventionelle, aber bekanntere Citroen XM. Die Konkurrenz der deutschen Produkte erwies sich im Marktsegment der oberen Mittelklasse, in dem Prestige eine wichtige Rolle spielte, als erdrückend. Zugegeben, die anfänglichen Qualitätsmängel des 605 schadetem seinem Ruf.

Stilistisch war der 605 konventionell. Die Karosserie des 605 entstand unter Mitwirkung der italienischen Designstudios Pininfarina. Sie lehnte sich im Kern an die Linien des bereits ein Jahrzehnt zuvor gestalteten Ferrari Pinin an und hatte im Profil Ähnlichkeit mit dem ebenfalls von Pininfarina entworfenen Alfa Romeo 164; insbesondere die Lichtkanten an den Wagenflanken waren auffällige Gestaltungsmerkmale beider Wagen.

Die leistungsstärkste Version des 605 hatte einen V6-Motor mit drei Litern Hubraum, 24 Ventilen und 147 kW (200 PS) den sogenannten „Europa-V6“ PRV-Motor, der zusammen mit Renault und Volvo entwickelt worden war. Diesen Motor gab es auch in einer Version mit 12 Ventilen und 167 PS. Eindeutige Erkennungsmerkmale waren der Schriftzug SV24 am Heck und spezielle 16-Zoll-Räder. Ab 1997 wurde beide dieser Motoren durch einen neueren 3.0 V6 mit Zahnriemen ersetzt, der nur noch 190 PS leistete. Außerdem gab es einen modernen aufgeladenen 2,1-Liter-Wirbelkammermotor, der mit Ladeluftkühlung 80 kW (109 PS) leistete, und den neueren 2,5-Liter-Turbodiesel mit 95 kW (129 PS). Weitere Motoren waren ein Ottomotor mit Turbolader und 108 kW (147 PS) und der kleine Ottomotor mit 89 kW (121 PS). Speziell die Dieselmodelle waren ebenso kernig kraftvoll, wie sie robust waren. Und im Gegensatz zu den deutschen Dieseln von damals machten sie schon richtig Spaß. Das sprach sich natürlich rum und viele 605er wurden als Kilometerfresser eingesetzt und dann mit 400.000 auf der Uhr fast weggeworfen – der 605 war kein typisches Auto zum Anbeten und Sammeln.

Aber Preislich ist die Talsohle bereits durchschritten. Vor ein paar Jahren erhielt man einige 605 (mit TÜV) und in ganz gutem Zustand schon ab 500€ – heutzutage werden sie (noch) seltener und damit auch teurer. Aktuell gibt es nicht mal eine Handvoll mit mindestens einem Jahr TÜV. Und da sehr es ab 3000€ los! (jj)