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Ein ausgekochtes Schlitzohr – der Pontiac Firebird

Firebird 1 Gen by americancar

Vielen dürfte der 1977er Firebird aus den Filmen mit Burt Reynolds bekannt sein – und nicht nur aus der Filmreihe auch in den 80ern durch die Serie Knight Rider. Der Pontiac Firebird ist ein klassisches amerikanisches Pony-Car, also ein sportliches „Kompaktauto“ mit sportlichem Aussehen und viel Power. Es war ein direkter Rivale des Ford Mustang mit einem leistungsorientiertem Image, um einen jugendlichen Markt anzusprechen. Aber genau wie der Mustang und der Camaro war er in günstigen Ausstattungsvarianten so zahm wie ein echtes Pony aber beliebt bei allen, die cool aussehen wollten.

Firebird 2 Gen by Torenhire

Der Firebird war das Basismodell, aber es gab auch Sprint-, Esprit-, Formula-, Trans Am- und Ram Air-Modelle. Er wurde von 1967 bis 2002 über vier sehr unterschiedliche Generationen hinweg gebaut und war wie so viele amerikanische Autos dieser Zeit von der Ölkrise und den verschärften Emissionsvorschriften der 1970er Jahre schwer betroffen. Je nach Generation, Jahr und ausgewählten Optionen reichten die Motoren vom sparsamen 2,5-Liter-Vierzylindern über exotische SOHC-Reihensechszylinder bis hin zu Turbo-V6- und V8-Motoren und natürlich riesige 455-Kubikzoll-Blöcken. 

Wie der Mustang, die Corvette und andere Muschel-Cars wurden die rohen frühen Motoren des Firebird bald gezähmt.  Erst später, dank fortschrittlicheren Motorentechnologien, konnten der Firebird und seine Formel- und Trans-Am-Varianten einen Teil ihrer frühen Stärke wiedererlangen. 

Der Firebird der ersten Generation lief von 1967 bis 1969 nur drei Jahre, verkaufte sich aber über 250.000 Mal. Es hatte das klassische “Cola Bottle” -Styling, bei dem die ausgeprägten vorderen und hinteren Radkästen einen schmalen Mittelteil umfassten. Genau wie beim größeren Tempest GTO befand sich auch beim Pontiac ein Ram Air-Modell als Top-Variante auf der Ausstattungsliste. Die Trans Am-Variante erschien im Frühjahr 1969 als optionales Performance- und Styling-Paket, das seinen Namen von der amerikanischen Rennserie erhielt, in der der Firebird gegen Camaros, Challengers, Javelins und Mustangs antrat. 

Firebird 3 Gen by Sippel2707

Die zweite Generation des Firebird  kam 1970 auf den Markt und wurde bis 1981 angeboten. Die zweite Generation startete so gut mit einer neuen, stromlinienförmigeren Karosserie. Die Einsteiger-Firebirds waren immer bescheiden angetrieben, aber 1970 bot Pontiac als Top-Modell einen 6,6-Liter-Ram Air IV-Motor mit bis zu 370 PS an.  Dieses Modell wurde auch in den Filmen Ein ausgekochtes Schlitzohr verwendet – dieser Film half dabei, das Auto noch populärer zu machen.

Der Firebird der dritten Generation, der von 1982 bis 1992 gebaut wurde, wurde leichter und bot ein besseres Handling. Pontiac übernahm die neuen Anforderungen des „umweltbewussten Amerika“ und tauschte die gigantischen spritfressenden V8 gegen verbesserte Aerodynamik, kleinere Abmessungen und fortschrittliche Fahrwerksentwicklungen aus. Der Firebird wurde komplett überarbeitet und bot die beste Aerodynamik aller bisherigen General Motors-Fahrzeuge sowie eine deutliche Gewichtsersparnis gegenüber dem Vorgängermodell. Die Karosserieform wurde in einem Windkanal entwickelt, die Windschutzscheibe auf 62 Grad geneigt und die Scheinwerfer nun unter Klappblenden verborgen. Er sah großartig aus. Dieses Modell wurde auch bei der langjährigen Serie Knight Rider verwendet. 

Firebird 4 Gen by IFCAR

Die vierte und letzte Generation (1993-2002) brachte einige der leistungsstarken Optionen aus alten Zeiten zurück. Modernere und leistungsstärkere Motoren, darunter der mächtige LS V8, kombiniert mit einem Fahrverhalten, wie es in einem Pony-Car noch nie möglich war. Der letzte der Firebirds bot sogar Sicherheitsmerkmale wie Airbags und Antiblockiersysteme. Im letzten Modell-Jahr leistete Firebird Trans Am 2002 mit der Option WS6 325 PS mit seinem 5,7-Liter-V8-Motor. 

GM als Konzernmutter stellte die Marke Pontiac zum Jahresende 2009 ein und kündigte die vollständige Stilllegung der Marke „Pontiac“ bis zum Ende des Jahres 2010 an. (jj)